THEMA: Hundegruppen

Haarlose Hunde

NACKTHUNDE

Zu irgend einem Zeitpunkt im Laufe der Entwicklungsgeschichte vom Paria zum Windhund erfolgte eine seltsame Mutation. Die Geburt von haarlosen oder fast haarlosen Welpen. Nur auf dem Kopf und auf den Pfoten entwickelten sich Haarbüschl. Für Züchter die immer nach etwas ungewöhlichem oder besonderen suchten war das Grund genug diese Mutation weiter zu züchten. Wann und wo die haarlosen Hunde ihren Ursprung hatten ist ungewiss, jedoch sind die dominanten haarlosen Hunde alle vom Typ Paria-Windhund. Die Körpertemperatur der Nackthunde ist nicht höher als die bei Hunden mit Fell. Nackthunde können sowohl behaarte als auch haarlose Nachkommen zeugen. Man nennt diese Eigenschaft heterozygot. Bei Paarungen von haarlosen Hunden untereinander hat einer von drei Welpen das doppelt rezessive Gen für normales Haar.

Diese haarlosen Hunde nennt man powderpuff, (Puderquaste). Sie zeichnen sich durch einen den ganzen Körper umhüllenden weichen Haarschleier aus. Hingegen weist die haarlose Variante seidiges Haar an der Rute, den Pfoten und dem Kopf auf. Die haarlosen Hunde sind auf Grund ihres fehlenden Haarkleides besonders gut für Tierhaarallergiker geeignet.

Zu den haarlosen Hunden gehört zum Beispiel der Peruvian Inca Orchid/Peru, der Chinese Crested Dog/Afrika-China, der Inca Hairless Dog/Peru, der Xoloitzcuintli/Mexiko und der Xoloitzcuintli Toy/Mexiko.


Windhunde

DIE ÄLTESTE HAUSTIERFORM

Als die Jagd ihre Notwendigkeit verlor, entwickelte sie sich zu einer Freizeitbeschäftigung und zu einer Kunst. Sie bestand darin, Gazellen und Antilopen zu sehen und im Einholen dieser schnellen Tiere. In den trockenen, heißen und baumlosen Gebieten siedelten sich frühe Zivilisationen an, die dann für diese Aufgabe einen geeigneten Hund züchteten, wöfür die frühen und schlanken Paria Hunde ausgewählt wurden. Das Ergebnis war der Prototyp eines schnellfüßigen Windhundes. Windhunde zählen zu den ältesten bekannten Haustierformen der Welt. Windhunde sind sehr intelligent und selbstständig.

Dadurch, dass sie für die Hetzjagd gezüchtet wurden, sind sie sehr freundlich und instinktsicher gegenüber dem Menschen. Windhunde sind sehr bewegungsfreudig und lieben die Zuwendung durch ihren Besitzer. Die heute existierenden Windhundrassen werden in folgende Windhundgruppen eingeteilt und zwar in die mediteranen Hunde, die westlichen oder okzidentalen Windhunde, und in die östlichen oder orientalischen Windhunde.

Zu den Windhunden zählt zum Beispiel der Sloughi/Marokko, der Saluki/Iran, der Rhodesian Ridgeback/Südafrika, der Tazy/UDSSR, der Galgo Espanol/Spanien, der Irish Wolfhound/Irland, der Afghan Hound/Afganistan, der Azawakh/Mali und noch einige mehr.


Pariahunde

DER PARIA

Das Wort Paria stammt aus Indien was dort so viel bedeutet wie -aus der Kaste gestoßen-. Die Engländer haben dieses Wort dann auf herrenlose Hunde übertragen. Heute findet man reinblütige Pariahunde nur mehr in extrem abgelegenen Dörfern und Siedlungen, so zum Beispiel in Indianersiedlungen in Indien, Afrika oder dem Amazonas. Nicht jeder Paria ist ein herrenloser Hund, und nicht jeder herrenlose Hund ist ein Paria. Der Pariahund unterliegt keiner vom Menschen gelenkten Zucht. Ansich sind Pariahunde sehr ursprüngliche Hunde. Sie leben in der Nähe des Menschen, ohne gefördert oder gefüttert zu werden und ohne direkte Zuchtwahl.

Meistens haben Pariahunde Stehohren und sind kurzhaarig bis stockhaarig. Sie haben meistens eine sandfarbene und hellbraune Färbung und einen ringelförmigen Schwanz. Die Haare richten sich nach dem Klima. Jeh rauer das Klima ist, desto länger sind die Haare. Der Pariatyp wird in Wüstenregionen oft Windhundartig. Beschrieben werden vier Typen der Pariahunde. Der Hirtenhundartige- er ist wolfsgrau, stockhaarig, hat Kippohren und einen stumpfen Fang, der Dingoartige- er ist rötlich und hat Stehohren, der Spitzartige- er ist langhaarig, schwarz-weiß gescheckt und erinnert an Polarhunde, und der Windhundartige- er ist mager, kurzhaarig, gelbrot oder gestromt.

Zu den Pariahunden gehört zum Beispiel der Dingo/Australien, der Cirneco dell´Etna/Italien, der Basenji/Zaire, der Hawaiian Poi Dog/USA, der Canaan Dog/Israel, der Podengo Portugueso Grande/Portugal, der Tahltan Bear Dog/Kanada u.v.a.m..


Südliche Hunderassen

DER PARIAHUND

Die südliche Hemisphäre war in frühgeschichtlichen Zeiten überwiegend trocken und unfruchtbar. Also keine idealen Bedingungen für Pflanzenfresser, was zur Folge hatte, dass auch die Nahrungsressourcen für die Fleischfresser sehr gering waren. Daher waren auch die Südwölfe wesentlich kleiner und leichtknochiger als die Nordwölfe, und starke Rudelbildungen und Familienverbindungen übriger Wolfpopulationen eher hinderlich. Durch das Klima bedingt traten kurzes und glattes Fell sowie große und aufrecht getragene Ohren auf. Die großen Stehohren waren direkt unter der Oberfläche mit vielen Blutgefäßen ausgestattet um die Hitze abzuleiten. Von diesem südlichen Raubtier stammen die Haushunde des Südens ab.

Es wird angenommen, dass die südlichen Hunde in einem Gebiet, das den heutigen nördlichen Iran entspricht entstanden sind. Bereits vor 10.000 Jahre haben Normadenstämme in Afrika und im Südosten Asiens wahrscheindlich die ersten Schafe und Ziegen domestiziert, Hunde besessen, die ihnen beim Hüten ihrer Herden behilflich waren. Diese Hunde waren bei weitem die am frühesten gezähmten Caniden deren Domestikation mehrere tausend Jahre vor der ihrer nördlichen Verwandten lag. Der südliche Hund breitete sich durch die Normaden von Nordamerika über Südamerika bis Afrika, von Malaysia über Ozeanien bis Australien aus, wobei er häufig wieder in ein Wildhundstadium verwilderte, und als Pariahund -ein Hund der von den Abfällen der Zivilisation lebte- so zu seinem Namen kam.

Zu den südlichen Hunderassen zählen zum Bespiel der Dingo/Australien, der Chihuahua/Mexiko, der Magyar Agar/Ungarn, der Galgo Espanol/Spanien, der Xoloitzcuintli/Mexiko, der Scottish Deerhound/England, der Inca Hairless Dog/Peru, der Irish Wolfhound/Irland, der Rhodesian Ridgeback/Südafrika, der Pharao Hound/Malta u.v.a.m.


Terrier

EISENFRESSER, ZÄHE BURSCHEN ODER KLEINE KRIEGER

Terrier sind Hunde mit Charakter. Terrier werden von ihren Bewunderern auch Eisenfresser, zähe Burschen oder auch die kleinen Krieger genannt. Sie sind riesige Hunde in einer kleinen Verpackung. Wilde Tiere waren am Anfang die Opfer der Terrier, deshalb mußten die Terrier sowohl angriffslustig als auch sehr geschickt sein. Bis zum heutigen Tag verfügen sie über die Fähigkeit zum stürmischen Angriff und stecken voller Kampfeslust. Unterschiedslos werden die Terrier als Hunde voller Furchtlosigkeit, Unerschrockenheit und von hartem Biß beschrieben. Der Begriff Terrier kommt sowohl aus dem französischen terre -Erde-, als auch aus dem lateinischen terra, was ebenfalls Erde bedeutet.

Terrier sind kleine mittelgroße Hunde, die in erster Linie zur Jagd auf Raubzeug, und das häufig unter die Erde, gezüchtet wurden. Sie wurden häufig eingesetzt um Ratten zu fangen und zu töten, und Schädlinge in den sich immer weiter ausdehnenden Städten kurz zu halten. Sie spürten auf dem Weideland die vom Dachs oder Fuchs angelegten Bau auf, und verfolgten sie unter der Erde. Schlangen, Otter, Marder und Wiesel zählten ebenfalls zu ihren Opfern. Ihr Wesen als harte Burschen machten den Terrier zum vorzüglichen Wachhund für Hof und Haus. Auch wurden sie zu unermüdlichen Gefährten der heranwachsenden Jugend. Leider wurde der Terrier vom Menschen auch für Hundekämpfe mißbraucht.

Zu den Terriern zählen zum Beispiel der Pinscher/Österreich, der Australien Terrier/Australien, der Schnauzer/Deutschland, der Irish Terrier/Irland, der Yorkshire Terrier/England, der Belgian Griffon/Belgien, der Czesky Terrier/Tschechoslowakei, der Rat Terrier/USA u.v.a.m..