THEMA: Hundeerziehung
VERHALTENSAUFFÄLLIGKEITEN
Jeder Hund verfügt über 4 Grundinstinkte. Den Jagdinstinkt, den sozialen Rudelinstinkt, den Territorialinstinkt, und den Sexualinstinkt. Diese Instinkte sind je nach Rasse unterschiedlich stark ausgeprägt und können und sollen von uns Menschen zur Erziehung genutzt werden. Der Jagdinstinkt kann von uns hervorragend genutzt werden, um unsere Bindung durch das Jagd- Spiel zu stärken. Der soziale Rudelinstinkt ist die Basis einer guten Beziehung. Je stärker der soziale Rudelinstinkt ausgeprägt ist bzw. von uns gefördert wird, desto größer ist die Bereitschaft des Hundes mit uns zu arbeiten. Dadurch das alle vier Instinkte durch die genetische Veranlagung miteinander
verknüpft sind dürfen sie bei der Erziehung Ihres Hundes nicht einzeln betrachtet werden. Da sich in unserer Gesellschaft die Grenzen verschoben haben, ist der Hund oftmals nicht mehr der Jagdgefährte, sondern ein gleichwertiges Familienmitglied und zeigt dadurch Verhaltensauffälligkeiten. Wir werden erst dann aufmerksam und merken dass etwas nicht stimmt, wenn der Hund knurrt, in der Wohnung uriniert oder wie verrückt an der Leine zieht.
PROFESSIONELLE HILFE
Hund und Hundehalter lernen in Hundeschulen unter fachkundiger Anleitung, miteinander umzugehen und zu kommunizieren. Im Rahmen der Hundeerziehung soll der Hund das Ausführen verschiedener Kommandos erlernen. Gleichzeitig soll der Hundehalter lernen diese Kommandos auf eine für den Hund verständliche Art und Weise zu geben. Es ist dadurch möglich, auch schwierige und sogar aggressive Hunde zu erziehen und das richtige Einwirken auf solche Hunde zu erlernen, sodass auch in schwierigen Fällen das weitere Zusammenleben von Hund und Halter ermöglicht werden kann. In der Hundeschule wird der Hund auch während eines Lehrgangs Kontakt mit anderen Hunden aufnehmen, wobei dieses sich positiv auf sein Sozialverhalten auswirken soll. Manche Schulen bilden auf sogenannten Hundeplätzen
aus, daneben wird manchmal auch die Möglichkeit geboten in der freien Natur oder auch in geeigneten Räumlichkeiten miteinander zu trainieren. Nicht immer ist die ausschließliche Ausbildung auf Hundeplätzen erfolgreich, als wenn auch Ausbildungseinheiten in der freien Natur absolviert werden. Da meistens auf dem Hundeplatz eine konsequent agierende Person nämlich der Hundetrainer vorhanden ist, lernen manche Hunde dann in der freien Natur oder Zuhause, dass das in der Hundeschule Gelernte vergessen werden kann. Daher ist es ganz besonders wichtig, dass in guten Hundeschulen die Hundehalter dazu angeleitet werden, später genauso konsequent zu agieren wie der Hundetrainer.
DER HUND ALS RANGUNTERSTES MITGLIED
Von großer Wichtigkeit ist es, den Hund als rangunterstes Mitglied in das „Familienrudel“ einzufügen und durch entsprechende Konsequenz dies auch immer wieder durchzusetzen. Für schwer erziehbare oder verhaltensgestörte Hunde gibt es professionelle Hilfe von Kynopädagogen und Hundeschulen. Mit dem Begriff Kynopädagogik wird eine professionelle Hundeausbildung bezeichnet, die sich gerade im Therapiebereich verhaltensauffälliger Hunde aufdrängt. Ihr Ziel ist es die Herzlichkeit im Umgang mit den Hunden zu fördern und in die moderne Verantwortungs-Kynologie einfließen zu lassen. Voraussetzung dabei ist, dass jeder
Instruktor das Bewusstsein erlangt, dem Hund ein Vorbild zu sein, das in der Lage ist alle Lernziele, die vom Schüler verlangt werden, selbst mit seinem eigenen Hund vorzüglich vorzeigen zu können. Die Kynologie – von kynos, griechisch, des Hundes, ist die wissenschaftliche Lehre von den Hunden (Kynologie ist die Wissenschaft von den hundeartigen Lebewesen, zusammengesetzt aus kyon (gr. Hund, kynos: Genitiv) und logos (gr. Lehre). In erster Linie sind Kynologen auf Hunde und ihre Artverwandten spezialisierte Verhaltensforscher und Kynopädagogen.
EINE FESTE HIERARCHISCHE RANGORDNUNG
Für die Erziehung des Hundes benötigt man viel Geduld, Zeit, Zuneigung und Verständnis für das Tier. Nicht der Menschenverstand sondern der Tierverstand steht im Vordergrund bei der Hundeerziehung. Dem natürlichen Verhalten des Hundes kommt ein “Einfügen” in eine feste hierarchische Rangordnung zugute. Diese Rangordnung kann und sollte man sich zu Nutze machen. Es ist fast jeder Hund sozialisierbar und erziehbar wenn er artgerecht gehalten und behandelt wird. Der Hund möchte sich in seiner Menschenfamilie eingliedern und unterordnen, wie seine Vorfahren die Wölfe, die innerhalb ihrer Rudelgemeinschaft einen Leitwolf und eine
bestimmte Rangfolge der übrigen Rudelmitglieder anerkannten. Wenn ihm das jedoch nicht ermöglicht wird, indem ihm keine Grenzen gesetzt werden, schwingt er sich selbst zum Rudelchef auf mit allen negativen Folgen für seine Umgebung und für ihn selbst. Beispielsweise wenn der Hund seinen Halter beim Spazierengehen vorwärts ziehen darf lernt er, dass er selbst der Stärkere ist. Um dem entgegen zu wirken ist eine konsequente Hundeerziehung die dem Hund klar zeigt, dass der Hundehalter der Anführer ist nach dem er sich zu richten hat unerläßlich.
DAS ZAUBERWORT BEI DER HUNDEERZIEHUNG HEISST KONSEQUENZ!
DER HUND UND SEINE ERZIEHUNG!
Unter Hundeerziehung wird das Trainieren und Abrichten des Haushundes verstanden. Dazu werden meistens Kommandos verwendet, die dann vom Hund nach Rufzeichen und Sichtzeichen ausgeführt werden. Als erstes beginnt die Hundeerziehung beim Besitzer, dem Menschen, und nicht beim Hund. Die Grundlagen einer erfolgreichen Erziehung baut auf der Anwendung einiger wichtiger Regeln auf. Am schnellsten und sichersten lernen Hunde durch positive Verknüpfungen. Gemeint ist damit eine Belohnung sofort nach dem Ausführen einer vom Besitzer gewünschten Handlung durch Loben, Leckerbissen, Spielen oder Streicheln. Eine sogenannte Beißwurst zum
Beispiel ist so ein stimulierendes Motivations-Objekt, dass bei der Hundeabrichtung gerne eingesetzt wird. Unbedingt zu beachten ist, dass sowohl die Belohnung als auch die Strafe unmittelbar nach der Tat zu erfolgen hat. Denn schon zwei Sekunden Verzögerung sind für den Hund zu lange, um Tat und Wirkung zuordnen zu können und einen Zusammenhang mit seiner Handlung zu erkennen. Mit hoher, freundlicher Stimme, Leckerli oder Spielen wird gelobt, und mit einer Stimme in einem Tonfall an dem der Hund unseren Unmut erkennt, wird er zurechtgewiesen. Die Zurechtweisung soll aber nicht durch Anschreien des Tieres erfolgen. Energisches scharfes Ansprechen zum Beispiel durch die Worte Pfui, Aus oder Nein sind geeignete Strafen oder besser Zurechtweisungen für den Hund.
